Vortrag zum Thema Antisemitismus

antisem
Hinweis:
Die Gaststätte „Kronenstuben“ befindet sich in der Kronenstraße 2 unterhalb des Marktplatzes und dem Mörike-Kreisel in einer engen Gasse direkt an der Marstallcenter-Baustelle. Das rote Gebäude steht zwischen einem kleinen Schmuckladen und einer Kneipe (lilanes Gebäude) und ist trotz Baumaßnahmen von beiden Seiten zugänglich. Der Vortragsraum befindet sich im hinteren Teil der Lokalität.

Wichtig:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen und antisemitische Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Kundgebung gegen Menschenfeindlichkeit in Ludwigsburg

Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, gemeinsam ein Zeichen für kulturelle Vielfalt und gegen Rassismus zu setzen. Anlass ist die bundesweit zunehmende rechtspopulistische und fremdenfeindliche Stimmung, die vor allem in Form der AfD und der Pegida-Bewegung in Erscheinung tritt, sowie die Gründung des Kreisverbandes „Stuttgart-Ludwigsburg“ der NPD vor einigen Wochen.

Rassistischer und fremdenfeindlicher Hetze ist eine klare Absage zu erteilen, unabhängig davon ob sie sich gegen Menschen richtet, die schon lange hier leben, gegen Neuzuwanderer oder gegen Flüchtlinge. Insbesondere letztere sind oft stark von Vorurteilen und Diskriminierung betroffen.

Das soziale Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger zeigt, dass Ludwigsburg für Offenheit, Akzeptanz und die Wertschätzung kultureller Vielfalt steht. Damit das auch so bleibt, lasst uns am 14. März gemeinsam eine klare Botschaft aussenden:
Flüchtlinge sind willkommen, Rassisten nicht!

Veranstaltung zu Pediga

In Politik und Medien ist die moralische Empörung über die nationalistischen und islamfeindlichen Parolen der „Pegida“-Bewegung groß – doch kaum jemand setzt sich mit der Ideologie auseinander, die hinter diesen Aussagen steckt.
Wenn Pegida angeblich nur gegen „religiösen Fundamentalismus“ ist (wie manche ihrer Vertreter behaupten), warum hetzen sie dann ausgerechnet gegen Flüchtlinge, die u.a. vor religiösem Fundamentalismus („Islamischer Staat“) geflohen sind? Wie entstehen solche Bewegungen und Stimmungen in der Bevölkerung? Welche unterschiedlichen Strömungen gibt es innerhalb der Pegida-Bewegung und was verbindet sie miteinander? Warum haben die Menschen vor allem dort Angst vor einer „Islamisierung“, wo es am wenigsten Muslime gibt? Warum tun sich Merkel und Co. so schwer, die Bewegung richtig zu kritisieren – und was kann man effektiv gegen rassistische und fremdenfeindliche Tendenzen in der Bevölkerung tun?

Die Linksjugend [‘solid] Ludwigsburg und DIE LINKE Ortsverband Ludwigsburg laden Sie herzlich ein, mit uns über diese und andere Fragen zu diskutieren.
Samstag, 07.02.15 um 18.30 Uhr in den Kronstuben (Kronenstr. 2 , Ludwigsburg)

Filmabend: Ernst Thälmann

Gegen jeden Antisemitismus. Auch in der LINKEn.

Stellungnahme Linksjugend Solid Ludwigsburg, 01.12.14

Mit Entsetzen stellen wir fest, dass nach den unsäglichen Demonstrationen im Sommer 2014, von denen antisemitische Parolen und Gewalt ausgingen, innerhalb der Partei Die LINKE und des Jugendverbandes [linksjugend] Solid keine notwendigen personelle und inhaltliche Konsequenzen gezogen wurden. Das Verhalten und Auftreten von einigen wenigen aber dadurch bekannten Mitgliedern halten wir für beschämend, haltlos und verachtend.

Wir halten nicht jede Kritik an Israel für antisemitisch (Israels Regierung kann und muss ebenso kritisiert werden wie jede andere Regierung auch), aber die Art und Weise der kritischen Positionen im Nahostkonflikt, halten wir für sehr bedenklich. Einseitige Schuldzuweisungen, Verharmlosungen der Hamas, das Infragestellen des Existenzrechts Israels, das Anlegen von doppelten Standards an diesen Staat (sprich: an Israel Dinge zu kritisieren, die einen bei anderen Staaten kalt lassen) und die Teilnahme an israelfeindlichen Demonstrationen mit antisemitischem Charakter sind für uns keine entschuldbaren Entgleisungen, die durch Naivität und Unwissenheit verschuldet sind.

[ Hermann Dirkes: „Diese läppische Frage des Existenzrechts Israels – ich finde es richtig, als Kontrapunkt dagegen zu setzen: Wir sind für das Existenzrecht der Palästinenser.“ und „Sie organisieren systematisch die Feindschaft der gesamten Umgebung, der unterdrückten Palästinenser. Und beklagen sich dann darüber, daß diese selbstgebastelten Kunstdüngerraketen auf Sderot fliegen.“ (vgl.1).
Inge Höger: “Während die arabische Welt gegen Unterdrückung aufsteht, hat die israelische Regierung nichts besseres zu tun, als wiederholt Unschuldige und Zivilisten zu terrorisieren“ und „Alle Bundesregierungen haben sich zum Vasallen der israelischen Politik gemacht“ (vgl. 2).

Als großes Problem sehen wir hierbei die fehlende Sensibilität bezüglich dieser Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit bzw. eine vereinfachte und verkürzte Definitionsform dessen. Denn anscheinend wird in beiden Organisationen lediglich Antisemitismus als solcher verstanden, wenn er sich ausschließlich und direkt gegen Menschen mit jüdischen Glauben richtet.

[ Dieter Dehm: „Antisemitismus ist Massenmord und muss dem Massenmord vorbehalten bleiben“ (vgl. 3). ]

Selbstverständlich beinhalten Äußerungen und Handlungen, die die Legitimität und das Existenzrechts des jüdischen Staates als Schutzraum für Menschen mit jüdischen Biografien absprechen, diesen als faschistisch brandmarken oder den Gaza-Streifen als Konzentrationslager bezeichnen, ebenfalls antisemitische Denkmuster.

Wir sehen die Kritik am Antisemitismus nicht als Strömungskampf sondern als notwendiger Bestandteil eines antifaschistischen Selbstverständnisses. Wir fordern alle Genossinnen und Genossen auf, sich klar gegen Antisemitismus zu bekennen, das Existenzrecht Israels zu verteidigen und antisemitische Äußerungen nicht unbeachtet stehen zu lassen. Solange dieser Prozess nicht statt findet, ist die Linke und Solid durchaus größtenteils selbst verantwortlich für das latent antisemitische Image in der Öffentlichkeit und in den Medien, da immer wieder Äußerungen und Handlungen von Mitgliedern, an der Basis und mit Funktionen verharmlost, entschuldigt und ignoriert werden. Für uns gibt es inhaltliche Haltelinien, die immer wieder verbogen und ausgesetzt werden!

Wir sind unserer Verantwortung bewusst, innerhalb unserer Möglichkeiten in den eigenen Strukturen zu intervenieren. So sind wir Teil eines lokalen Bündnisses gegen Antisemitismus und werden im Rahmen der antirassistischen Bildungsarbeit im nächsten Jahr eine öffentliche Veranstaltung zu den Formen und Inhalten des Antisemitismus durchführen. Wir werden weiterhin uns gegen diese Entwicklungen und auch dem Antisemitismus in der Gesellschaft aussprechen.

Für eine emanzipatorische Perspektive innerhalb beider Organisationen benötigt es die personelle Trennung von Feinden des jüdischen Staates und Freund*innen der islamistisch-antisemitischen Hamas.
Wir fordern innerhalb des Jugendverbands und der Partei personelle Konsequenzen zu ziehen, um antisemitische und verschwörungstheoretische Positionen zu isolieren, über diese Ideologien konsequent aufzuklären und unbelehrbare Antisemit*innen auszuschließen. Damit der Spuk ein Ende hat.

„Sowohl aus historischer Verantwortung als auch aus tiefster politischer, antifaschistischer Überzeugung verurteilen wir den Antisemitismus und die damit zusammenhängenden antiisraelischen und Holocaust relativierenden Äußerungen, Angriffe und Anschläge auf jüdische Mitmenschen und Synagogen der vergangenen Wochen auf deutschen und europäischen Straßen zutiefst. Ein friedliches Zusammenleben zwischen den Menschen ist nur möglich durch die gegenseitige Akzeptanz anderer Religionen und Glaubensrichtungen.“ (Stellungnahme des Linksjugend Solid Bundesverbandes)

„Antisemitismus widerspricht dem Selbstverständnis unseres Jugendverbandes und wir verurteilen Positionen, welche diesem widersprechen oder Gefahr laufen könnten, Antisemitismus anschlussfähig zu machen.“ (Position des Linksjugend Solid Bundesverbandes)

„Während viele dieser Veranstaltungen friedlich verliefen und konstruktive Kritik an den beiden maßgeblich beteiligten Akteuren übten, gab es aber ebenfalls – und beängstigenderweise – eine große Anzahl von Demonstrationen, bei denen Faschist*innen den sogenannten “Israel-Palästina-Konflikt” nutzten, um ihre antisemitische Propaganda zu verbreiten. Bei vieler dieser faschistisch-antisemitisch motivierten Demonstrationen kam es leider auch zu gewalttätigen Übergriffen gegenüber jüdisch-stämmige Mitmenschen. (…) Es muss jedem*r, egal welche Haltung er*sie zum Nahen Osten einnimmt, klar sein, dass Antisemitismus und Faschismus, die Feinde der Freiheit, bekämpft werden müssen. (…) Die antisemitischen Ausschreitungen zeigen uns, dass der Faschismus weiterhin eine reale Gefahr darstellt. Es ist unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass sich Diktatur und Holocaust nie wieder wiederholen.“ (Stellungnahme der Linksjugend Solid Baden-Württemberg)

„Deutschland hat wegen der beispiellosen Verbrechen der Deutschen an den Jüdinnen und Juden während des deutschen Faschismus eine besondere Verantwortung und muss jeder Art von Antisemitismus, Rassismus, Unterdrückung und Krieg entgegentreten. Insbesondere diese Verantwortung verpflichtet auch uns, für das Existenzrecht Israels einzutreten. Zugleich stehen wir für eine friedliche Beilegung des Nahostkonfliktes im Rahmen einer Zwei-Staaten-Lösung und damit die völkerrechtliche Anerkennung eines eigenständigen und lebensfähigen palästinensischen Staates auf der Basis der Resolutionen der Vereinten Nationen.“ (Programm der Partei DIE LINKE)

Quellen:
1: Hermann Dirkes:
https://www.youtube.com/watch?v=fC81JHDx9os#t=178
2: Inge Höger:
http://german.ruvr.ru/2014_11_03/Inge-Hoger-Alle-Bundesregierungen-haben-sich-zum-Versallen-der-israelischen-Politik-gemacht-7985/
http://www.inge-hoeger.de/index.php?id=36929&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=64918&tx_ttnews[backPid]=36927
3: Dieter Dehm:
http://www.taz.de/!142460/